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Chancengleichheit für introvertierte Schüler

 

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Ermessensspielraum
 
Der Ermessensspielraum
wird in Bezug auf die Auswahl und Gewichtung der Kriterien nicht immer auf sinnvolle pädagogische Weise ausgeschöpft. Mit der persönlichen Einstellung, dass die aktive mündliche Mitarbeit das höchste Maß der Bewertung sein muss, engen Lehrkräfte ihren Ermessensspielraum selbst ein.
Dagegen berücksichtigt eine ausgewogene Bewertung möglichst viele Kriterien, um ein wirklich umfassendes Leistungsbild eines Schülers zu bekommen.
 
 
Die normative Leistungsbewertung
orientiert sich an einer festgelegten Norm und sondert jeden aus, der nicht dieser Norm entspricht.
Persönliche Stärken und Schwächen der Schüler finden hierbei keine Berücksichtigung, Potentiale werden oft weder erkannt noch gefördert.

Mit einem festgelegten Rechenschema können Lehrer jederzeit nachweisen, wie die Zeugnisnote ermittelt wurde und schützen sich damit vor möglicher Kritik.
 
Welche und wie viele Kriterien überhaupt zur Bewertung herangezogen werden können, hängt von der Unterrichtsgestaltung ab. Lehrer können ihren Unterricht frei nach ihren Vorstellungen gestalten, das Schulgesetz lässt ihnen auch hier einen großen Handlungsspielraum.
 
Orientiert sich die Unterrichtsgestaltung überwiegend an aktiver mündlicher Mitarbeit, ergeben sich daraus auch überwiegend 'mündliche' Kriterien. Bevorzugt werden dann Gruppengespräche, Vorträge, Präsentationen und evtl. Rollenspiele, zu deren Teilnahme die Schüler ausnahmslos verpflichtet werden und auch stilleren Schülern keine Wahlmöglichkeit lässt.
 
 
Welchen Einfluss die Auswahl und Gewichtung der Kriterien auf die mündliche Note haben kann, zeigen folgende Beispiele:
 
 
Beispiel 1
 
Klausuren
(schriftliche Note)
Unterrichtsbeiträge
(mündliche Note)

30%

70%

Durchschnitt "gut"
schriftliche Unterrichtsbeiträge:
Durchschnitt "gut"                                                                20 %
 
mündliche Unterrichtsbeiträge:
Durchschnitt "unbefriedigend"                                                80 %
               

 

Beispiel 2

 
Klausuren
(schriftliche Note)
Unterrichtsbeiträge
(mündliche Note)

30%

70%

Durchschnitt "gut"
schriftliche Unterrichtsbeiträge:
Durchschnitt "gut"                                                                 80 %
 
mündliche Unterrichtsbeiträge
Durchschnitt "unbefriedigend"                                                 20 % 
               
 
 
Die Aussagekraft der Zeugnisnoten
Zeugnisnoten sagen meist mehr über den Bewertungsmaßstab eines Lehrers und dessen Beziehung zum Schüler, aber wenig über die „objektive“ Schülerleistung aus.

 

 

 

Löwenzahn / Taraxacum officinale

 

 

 

"Es gibt nichts Ungerechteres als die gleiche Behandlung von Ungleichem."
Johann Friedrich Herbart